Büchen – Schwerin


Das diesjährige Einradeln im Februar verlief leider nicht wie geplant. Aufgrund der schlechten Witterungsverhältnisse konnte ich nicht den Radweg am Elbe-Lübeck-Kanal fahren und musste auf die Landstrasse ausweichen.

Dies sollte jetzt nachgeholt werden. Da ich ungern in kurzer Zeit die gleichen Strecken fahre, habe ich als Ziel nicht die Heimat, sondern Schwerin gewählt.

Traumhafte Allee

Traumhafte Allee

Angekommen am Bahnhof Büchen, geht es gleich durch die Hintertür an den Kanal. Auf dem sandigen, aber gut zu befahrenen Untergrund, komme ich zügig voran. Gelegentlich begegnen mir Spaziergänger mit ihren vierbeinigen Freunden, die mit meiner Hilfe zur Disziplin getrimmt werden. Die vorbeiziehenden Skipper grüssen ebenfalls immer freundlich.
Kurz vor Kühsen verlasse ich den Wanderweg, der übrigens Teil der “Alten Salzstrasse” zwischen Lüneburg und Lübeck und des Radfernweges Hamburg - Rügen ist. In Duvensee mache ich wieder bei Freunden halt, deshalb auch der kleine Abstecher. Danach geht es auf Nebenwegen und durch Wälder nach Ratzeburg.

Die bekannte Abfahrt zum Eis-Pelz ist jedes Mal ein Highlight, das folgende Gelato ein Muss. Entlang des Küchensees und den Berg hinauf verlasse ich Ratzeburg.

Die restliche Strecke bis Schwerin, abgesehen von kurzen Abschnitten, ist Genussradeln pur. Wenig befahrene Alleen, auf denen sowieso nur 70 km/h erlaubt sind. Zu den Seiten abwechslungsreiche Felder und Wälder. Die Hasen und das Wild hoppeln durchs Korn.

Regelmäßig sehe ich Rehe, die mich erstaunt beobachten und nach kurzer Zeit das Weite suchen. So schnell hab ich die Kamera gar nicht einsatzbereit und selbst wenn, dann reicht die Brennweite leider nicht. Ich bin allerdings auch auf einer Radtour und nicht auf einer Safari.
In Nordwestmecklenburg macht es wirklich Spaß auf den Alleen von Dorf zu Dorf zu cruisen. Da könnte ich bis ans Ende der Welt fahren und kopfüber wieder zurück.
Früher als geplant erreiche ich das Ortsschild von Schwerin, brauche dann aber trotzdem noch gute 20 Minuten bis zum Schweriner See. Nach einer kleinen Sightseeing-Tour durch die nette Altstadt fahre ich zum Bahnhof. Dabei entdecke ich den Pfaffenteich, der mich irgendwie an die Binnenalster erinnert. Ich muss schon sagen, Schwerin hat einiges zu bieten.

Zurück in Hamburg stehe ich in der S-Bahn zwischen Hauptbahnhof und Dammtor, schaue aus dem Fenster nach südwesten, erinnere mich an den Pfaffenteich und denke ... ich bin Hamburger.

121 km - ∅ 18,2 km/h