Lange Lolli Land Tour – Flensburg-Rostock


Über Christi Himmelfahrt fahre ich eine kleine Runde durch Süddänemark. Nebenbei kann ich meine Ausrüstung für die anstehende Tour überprüfen und die neuen Anschaffungen testen. Bereits vor dem Feiertag nehme ich den Zug nach Flensburg. Der erste faux pas passiert als die Schafferin kommt. Es ist 8 Uhr 50 und ich habe ein Länderticket, welches Werktags erst ab 9 Uhr gilt.  Freundlicher Weise lässt sie mich trotzdem gewähren.

Ab Flensburg radele ich direkt am Wasser auf ruhigen Wegen. Ich bekomme die Grenzüberschreitung erst nach einiger Zeit mit als ich etwas Proviant kaufe. In Dänemark ist Rad fahren immer super, da der Radler hier ein vollwertiger Verkehrsteilnehmer sein darf, zu locker 90% auf eigenen, gut ausgebauten Wegen (undenkbar im heimatlichen Autoland!).

 

Bei Fynshav erwartet mich die 1-stündige Überfahrt zur Insel Fünen. Herrlich, gelbe Felder und Wasser so weit das Auge reicht. Das Wetter ist ebenfalls sehr angenehm für Radler, nicht zu heiß und noch nicht zu kalt. Am späten Nachmittag verschwindet jedoch die Sonne und Wind lässt die Temperaturen sinken. Bis kurz vor Svendborg lege ich ca. 85 km zurück. Der Rasen des Campingplatzes ist frisch gemäht, die Heringe kann ich mit dem kleinen Finger in den Boden drücken. Und meine Aussicht ist grandios, aus dem Zelt direkt auf die Ostsee.

Hinter Svendborg gelange ich über zwei Brücken und den großen Belt auf die Insel Langeland. Nach ein paar Kilometern verlasse ich Langeland wieder per Fähre von Spodsbjerg aus. Nach ca. einer Stunde bin ich auf Lolland. Lolland durchfahre ich eher mittig als am Wasser. Am Ende wird es noch ein Kraftakt, da ich morgens etwas verspätet aufbrach. Dementsprechend spät gelange ich zum Campingplatz der Hafenstadt Nykøbing (ca. 115 km).

Früh morgens baue ich mein Zelt ab und trete bei 8°C ohne Frühstück in die Pedale. Mein Ziel Gedser liegt ca. 25km Richtung Süden. Gegen den Wind kämpfe ich mich um 8 Uhr 56 bis an die Rampe der Fähre nach Rostock, die um 9 Uhr abfährt. Ich darf mit ansehen, wie sie mich am Kai stehen lassen. Hätten die keine Schrankenanlage, wäre ich noch rüber gehüpft. So habe ich gerade zwei Stunden verloren.

In Rostock angekommen, lasse ich mich von dem Stadtbus durch den Warnowtunnel, der für Fahrräder gesperrt ist, bringen. Inzwischen ist es Mittag. Gemütlich radele ich hoch nach Warnemünde, wo ich von Menschenmassen begrüßt werde, durchkommen fast unmöglich. Eigentlich wollte ich bis Lübeck fahren. In Bad Doberan reicht es mir allerdings diesmal. Mit dem Zug fahre ich zurück nach Hamburg.

Insgesamt war es eine schöne Kurztour über drei Tage. Genau richtig, um etwas zu entspannen und die Genugtuung, dass die nun schon 10-Jahre alte und teure Ausrüstung immer noch bestens funktioniert.

 


255 km - ∅ 17,94 km/h